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Was ist Unternehmens-Beratung?

Definition Management Consulting & Unternehmensberatung

Laut Gabler bedeutet Management Consulting (Unternehmensberatung) die individuelle Aufarbeitung betriebswirtschaftlicher Problemstellungen durch Interaktion zwischen externen, unabhängigen Personen oder Beratungsorganisationen und einem um Rat nachsuchenden Kundenunternehmen.

Dienstleistungen von Anbietern von Management Consulting oder Unternehmensberatung werden traditionellerweise von privatwirtschaftlichen Unternehmen in Anspruch genommen. Beratungsleistungen werden aber zunehmen auch von anderen Organisationen, wie z.B. Institutionen des öffentlichen Sektors oder Non-Profit-Organisationen, nachgefragt.

 

Was ist Management Consulting & Unternehmensberatung

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Unternehmensberatungen helfen ihren Kunden bei der Bewältigung unternehmerischer Herausforderungen. Das traditionelle Geschäftsmodell von Management Consultants und Unternehmensberatern besteht im projekt-basierten Einsatz von externen Ressourcen (Beratern oder Consultants) zur Lösung von Problemen ihrer Kunden. Die Gründe für den Einsatz externer Unternehmensberater liegen hauptsächlich im fehlenden Know-how der Kunden zur Lösung von Problemen oder im Einkauf von zusätzlichen Ressourcen (Kapazitäten). In jüngster Zeit haben sich die Formen und Geschäftsmodelle der Management Consultants und Unternehmensberater stark weiterentwickelt. Neben dem klassischen Projektgeschäft bieten Unternehmensberatungen heute variantenreiche und flexible Formen der Zusammenarbeit mit ihren Kunden an.

Management Consulting kann auch als Unterform der Unternehmensberatung verstanden werden. Unternehmensberatung umfasst dann alle Beratungen oder Dienstleistungen, die einem Unternehmen angeboten werden. Wenn sich das Angebot an das Management richtet (z.B. Herausforderungen des Managements wie Strategieentwicklung und Strategieimplementierung), dann wird von Managementberatung gesprochen. Beratung umfasst aber auch andere Arten von Dienstleistungen oder Themen, welche sich beispielsweise mit Fragen rund um die IT, das Personal oder die Wirtschaftsprüfung drehen. Jede Art von Managementberatung kann daher als Unternehmensberatung bezeichnet werden, aber nicht umgekehrt.

 

Geschichtliche Entwicklung der Unternehmensberatung

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Die Geschichte der Beratung reicht weit zurück, schon immer suchten Personen Rat und liessen sich von externen «Beratern» bei ihrer Problemlösung unterstützen. Die Unternehmensberatung oder speziell die Managementberatung hat ihren Ursprung im 19 Jahrhundert in den USA. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung und der damit einhergehenden Arbeitsteilung und Trennung von Eigentum und Management entstand eine Nachfrage nach neuen (zu Anfang stark wissenschaftlich geprägten) Managementmodellen und Führungsansätzen. Die erste Management- und Unternehmensberatung, Arthur D. Little, entstand im Jahre 1886. Zunächst auf die Beratung in technologischer Forschung spezialisiert, konzentrierte sich die amerikanische Consulting-Firma später auf die Umsetzung von Managementansätzen. Die Entwicklung von Unternehmensberatungen wurde in Amerika vor allem durch die Weltwirtschaftskrise beschleunigt. Banken, die um ihr Geld fürchteten, hielten ihre Schuldner zu Restrukturierungs- und Sanierungsprogrammen an, die von externen Unternehmensberatern durchgeführt wurden. 1926 wurde der „Erfinder“ und Vorreiter der klassischen Management- und Strategieberatung gegründet: McKinsey. Mit der Aufspaltung der Firma in McKinsey & Co. und McKinsey, Kearney & Co. wurde 1939 der Grundstein für ein weiteres erfolgreich agierendes Beratungsunternehmen gelegt: A.T. Kearney & Company. Es dauerte aber fast 40 Jahre, bis 1963 eine zweite, zu heute internationaler Grösse und zu einem der führenden Marken der Managementberatung aufgestiegene Strategieberatung und Unternehmensberatung entstand, die Boston Consulting Group.

In Europa dauert es etwas länger bis sich nennenswerte Managementberater etablierten. Und auch hier waren es hauptsächlich die US-amerikanischen Unternehmensberatungen, welche ihre Präsenz in Europa ausbauten. Angetrieben durch die amerikanischen Beratungshäuser, begann sich in den 1960 Jahren auch in Deutschland der Beratungsmarkt zu etablieren. Zu Beginn beschäftigten sich die Unternehmensberatungen in Deutschland fast ausschliesslich mit produktionstechnischen Fragen, Betriebsorganisation, Kostenrechnung und -planung. Mit der Gründung von Roland Berger im Jahre 1967 entstand die erste grosse, namhafte Strategie- und Managementberatung deutscher Herkunft, die heute noch zu den „Grossen & Bekannten“ der Branche zählt. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts folgten dann eine Reihe heute noch bekannter Unternehmens- und Managementberater mit Fokus auf funktionale Themen wie zum Beispiel Simon Kucher & Partners, der global tätigen Unternehmensberatung mit Fokus auf Marketing-, Vertriebs- und Pricing-Beratung, oder Horváth & Partners Management Consultants, der international tätigen Unternehmensberatung mit den Kernkompetenzen Unternehmenssteuerung und Performanceoptimierung. Der Begriff Business Consulting kommt aus dem Englischen und kann mit dem Begriff Unternehmensberatung gleichgesetzt werden.

 

Dienstleistungen und Arten von Management Consulting oder Unternehmensberatung

Die typischen Themenschwerpunkte von Management- und Unternehmensberatungen sind vielfältig und auch einem mehr oder weniger ständigen Wandel ausgesetzt. Als «klassische» Themen der Management Consulting-Branche lassen sich jedoch nennen:

  • Strategieberatung (z.B. Unternehmens-, Divisions- oder Marktstrategien, Wachstumsstrategien, Wettbewerbsstrategien und Geschäftsmodellentwicklung)
  • Organisationsberatung (z.B. Organisationsentwicklung, Restrukturierung, Turnaround)
  • Prozessberatung (z-B. Prozessoptimierung, Prozessmanagement, Effizienzsteigerung)
  • Führung (z.B. Managementmodelle, Unternehmenssteuerung, Führungsorganisation)
  • Alle Arten der funktionalen Unternehmensberatung entlang der Wertschöpfungskette (Marketing & Vertrieb, Produktion, Einkauf, Supply Chain, Logistik, Finanzen).

Beratungsdienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie, der Personal- & HR-Beratung, der Steuerberatung, des Engineerings oder auch Agenturleistungen im Bereich von PR, Kommunikation und Werbung zählen nicht zu den klassischen Themen von Management- und Unternehmensberatungen. Jedoch hat sich der Beratungsmarkt in jüngster Zeit stark verändert als Reaktion auf geänderte Bedürfnisse der Beratungskunden. Nicht nur ist der Anteil der «klassischen» Strategieberatung stark zurückgegangen, infolge der Wirtschaftskrise ist das Wachstum des Beratungsmarkts ins Stocken geraten und die angestammten Management- und Unternehmensberatungen mussten sich nach neuen Wachstumsfeldern umsehen.

Die Auswirkungen dieses Umbruchs der Beratungsbranche sind heute deutlicher denn je zu erkennen: Die grossen Management- und Strategieberatungen, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und die grossen «Systemintegratoren» sind daran, ihre Beratungsleistungen organisch oder vielfach durch Zukauf kleinerer, spezialisierter Beratungsunternehmen auszubauen. Die Wirtschaftsprüfer investieren massiv in den Ausbau ihres Beratungsgeschäfts im Bereich Management- und Unternehmensberatung, die grossen Strategiehäuser verstärken ihre Implementierungs- und IT-Beratungskompetenzen, die ursprünglich eher technologisch ausgerichteten Beratungsunternehmen sowie Werbe- & Marketingagenturen stossen in das lukrative Feld der Strategieberatung vor. Daneben existieren oder entstehen viele kleinere oder mittlere Unternehmensberatungen mit meistens sehr spezialisierten Beratungsangebot, sei es mit einem Fokus auf funktionale oder fachliche Themen oder mit einem spezifischen Branchenfokus.

Das hat aber gleichzeitig dazu geführt, dass die Grenzen zwischen klassischer Management- oder Unternehmensberatung und anderen Beratungsdienstleistungen immer häufiger verschwimmen. Strategie- und Managementberatung ohne Kombination mit IT-Beratung ist kaum mehr vorstellbar, Strategieberatung wird im Zuge der Digitalisierung der Geschäftswelt der Kunden mit kreativen Agenturleistungen im Bereich Marketing und Design verschmelzt, konzeptionelle Managementberatung ohne Implementierungskompetenz wird von Kunden kaum mehr nachgefragt.

Der Wettbewerb unter den Anbietern wird dadurch immer intensiver, die Unterscheidung zwischen Management-, Unternehmens-, Strategieberatungen, Wirtschaftsprüfern, IT-Beratungen und Agenturen wird zunehmen schwieriger. Die Vielfalt der Rollen und Geschäftsmodelle, die heute von Management- und Unternehmensberatungen angeboten, nimmt rasant zu.

 

Typische Aufgaben eines Unternehmens- und Managementberaters

Beratungsprojekte folgen sowohl in der klassischen Managementberatung wie auch in der spezialisierten Beratung grundsätzlich einem ähnlichen Grundablauf. In einem ersten Schritt gilt es in aller Regel, dass sich der Unternehmensberater ein Bild über den «Status Quo», die Situation und die Problemlage beim Kunden macht. Vielfach beinhaltet diese Phase die Analyse des Kundenunternehmens, die Analyse des Marktes, der Kunden, der Konkurrenz und des Umfeldes. Basierend auf den Erkenntnissen der Analysephase folgt die Konzeption und Gestaltung des Soll-Zustands. Dies ist die Phase der eigentlichen (kreativen) Problemlösung. Zusammen mit dem Kunden werden Konzepte. Lösungen und Massnahmen erarbeitet, die der Erreichung der Soll-Ziele dienen. Im Anschluss an die Konzeptionsphase beginnt die Implementierung der definieren Strategien, Konzepte, Prozesse, Organisation oder Systeme. Die Rollen des Unternehmensberaters in dieser Phase können stark divergieren: Von einer begleitenden Rolle (z.B. Führung des Projektmanagement-Offices), über aktive Unterstützung bis hin zur Übernahme unternehmerischer Umsetzungsverantwortung als Interim Manager oder «Co-Unternehmer».

 

Die grossen Player

Wie in jeder Branche gibt es auch bei den Beratern führende Anbieter. Die Top-Unternehmensberatungen weltweit lassen sich in folgenden Kategorien benennen:

  1. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften: Deloitte, Ernst & Young (EY), KPMG, PricewaterhouseCoopers (PwC). Diese bieten neben der Wirtschaftsprüfung einen stark wachsenden Anteil an Managementberatung und Financial Advisory Services an.
  2. Strategieberatungen: Hier zu nennen sind in erster Linie McKinsey, Boston Consulting Group und Bain. Diese gehören mit 6'000 bis über 9'000 Beratern zu den weltweit grössten «klassischen» Unternehmensberatern und Strategiehäusern. Die die grösste Beraterfirma europäischen Ursprungs stellt Roland Berger mit ca. 2’000-3’000 Beratern dar.
  3. Operativer Berater: Die grossen «operational consultants» bieten zwar auch Strategieberatung an, werden aber aufgrund ihrer Herkunft und Fokusthemen unter dieser Kategorie geführt: Gemeint sind Berater wie A.T. Kearney, Oliver Wyman, Arthur D. Little (ADL), Booz & Company (heute strategy+ unter dem Dach von PwC).
  4. Systemintegratoren/ IT-Beratungen: International bekannte Beratungsfirmen wie BearingPoint, Cap Gemini, Accenture, CSC setzen den Schwerpunkt ihrer Beratungstätigkeit nicht nur auf Managementberatung, sondern auch IT- und Technologieberatung.

 

Kategorien von Beratung oder Beratungsfeldern

Im Beratungsmarkt gibt es keine allgemeingültige Kategorisierung der einzelnen Arten von Beratung. Im Grunde sind sie sich jedoch ähnlich, der grösste Unterschied liegt in der Detaillierung der Beratungsthemen.  Die nachfolgende Tabelle stellt drei mögliche Unterteilungen des Beratungsmarkts dar.

BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater) Feaco (European Federation of Management Consultancies Associations) MCA (Management Consultancies Association)

Im Zentrum der BDU-Marktbefragung steht das breite Spektrum der Dienstleistung Unternehmensberatung. Als Grundlage erfolgt dabei die Einteilung des Marktes in die klassischen vier Beratungsfelder Strategieberatung, Organisations- und Prozessberatung, IT-Beratung sowie Human-Resources-Beratung.

 

In ihren jährlichen Studien zum europäischen Management Consulting Markt unterscheidet Feaco grundsätzlich 3 grosse Domänen der Beratung: Strategie, Operations und Technologie und 7 Beratungssegmente: Strategie, Operations, Marketing & Vertrieb, Finanzen (Finance) & Risk Management, People & Change sowie Technologie. Die MCA unterscheidet bei ihren Beratungsunternehmen und Mitgliedern eine breite Spanne an unterschiedlicher Beratung: Business Transformation, Change Management, Digital & Technology Consulting, Disputes & Investigations, Economic & Regulatory, Environmental, Financial, Human capital, Operations, Programm-/Project Management, Risk Management, Strategy, Marketing & Sales.

 

Die Tabelle zeigt lediglich die erste Stufe der Unterteilung der Beratungskategorien und Beratungsthemen, in einer zweiten Ebene der Beratungsdienstleistungen befinden sich bei der BDU 19 und bei der Feaco 53 weitere Beratungs-Kompetenzen, wohingegen MCA keine weitere Unterteilung macht.

Unternehmensberatungen Deutschland & Schweiz – Unterschiede

Mit einem relativ kleinen Umsatzanteil von 1,5% am Beratungsmarkt in Europa hat die Unternehmensberatung Schweiz war einen kleinen Anteil am Markt, in Relation zu der Grösse sind jedoch nur die Unternehmensberatung Deutschland und UK noch umsatzstärker. In Deutschland können auch Regionale Unterschiede gemacht werden. Für Beratung im öffentlichen Sektor steht z.B. die Unternehmensberatung in Berlin. Aufgrund der dort ansässigen und global wichtigen Finanzdienstleistungsindustrie ist die Unternehmensberatung in Frankfurt in diesem Bereich stark.

consultingsearcher®, die führende Plattform für Virtual Consulting und den Einkauf von Beratung, geht von 5 Oberkategorien der Beratung aus: Strategie-, Organisations- & Prozessberatung, funktionale Beratung (wie Supply Chain, Produktion, Marketing & Vertrieb, Finanzen/ Finance, Regulatory & Compliance, F&E), IT-Beratung, HR-Beratung sowie Training, Coaching und Management Development. Unterhalb dieser «grossen» Beratungsfelder differenziert consultingsearcher® über 800 weitere Beratungskompetenzen wie z.B. Financial Planning, Financial Strategy, Finance-Organisation, Financial Processes oder Marketing Strategy, Marketing Organisation, Marketing Processes, Marketing Effectiveness. Je genauer die Segmentierung, desto besser können sich Beratungsunternehmen positionieren, und zugleich profitieren die Kunden von einer schnelleren und genaueren Suche.

 

 

 

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