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19.06.2015 Zurück

Zertifizierungsverfahren als zusätzliches Sternchen

Im Interview mit Hans-Jürgen Klesse erklären Eva Manger-Wiemann und Christoph Treichler, die beiden Partner der Meta-Beratung Cardea, wie ihre Beratersuchmaschine consultingsearcher funktioniert und welche Vorteile die Plattform bietet.

Frau Manger-Wiemann, Herr Treichler, Sie helfen Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die richtigen Berater zu finden. Vor drei Jahren haben Sie als zusätzliches Angebot die Berater-Suchmaschine consultingsearcher gegründet. Gibt es dafür überhaupt einen Bedarf?

Manger-Wiemann: Ja klar, sonst hätten wir dieses Projekt gar nicht erst angeschoben – schließlich haben wir eine Menge Geld investiert. Der consultingsearcher ist für solche Kunden gemacht, die sich erst einmal einen Überblick über Beratungsanbieter und deren Dienstleistungen zu spezifischen Themen verschaffen möchten, in der Regel anstatt oder vor einer formellen Ausschreibung oder detaillierten Evaluation...

Treichler: ...was ja eine unserer Dienstleistungen ist. Aber die Nutzung des consultingsearchers in dieser Vorphase der Marktuntersuchung ist natürlich viel einfacher und schneller und weniger aufwändig.

Und was findet man dort?

Manger-Wiemann: Die Namen von Beratungsunternehmen und deren Experten für bestimmte Themen und Branchen. Wer dort sucht, profitiert von unserer Erfahrung und unseren Marktkenntnissen, was die Qualität der Berater angeht.

Warum sollte sich ein Kunde, der Hilfe bei einem Problem braucht, so viel Mühe machen? Als Vorstand eines großen Konzerns rufe ich doch lieber bei einer der großen und weltweit vertretenen Beratungsunternehmen wie McKinsey, Boston Consulting Group, Bain oder Roland Berger an.

Treichler: Das kann der richtige Weg sein, muss es aber nicht. Bei der heutigen Vielfalt an Themen – ständig kommen neue dazu - und den sehr spezifischen fachlichen Anforderungen weiß man bei den großen Beratungshäusern nie mit absoluter Sicherheit, ob die gesuchten Kompetenzen auch wirklich verfügbar sind. Die Großen vermitteln in ihrem öffentlichen Auftritt zwar den Anspruch, überall die Besten zu sein, aber dieses Versprechen können sie aus den gerade genannten Gründen nicht immer einhalten, zumal durch die hohe Fluktuation gerade bei den großen Anbietern auch ständig Kompetenzen abwandern und dann erst wieder neu aufgebaut werden müssen.

Manger-Wiemann: Hinzu kommt, dass man mit der Fixierung auf bekannte Namen möglicherweise einen kleinen, auf ein bestimmtes Themen spezialisierten und darum viel besser geeigneten Berater schlichtweg übersieht. Das Angebot zu vergleichen, ist immer von Vorteil, egal, ob man ein Pfund Kaffee oder Beratungsleistungen einkauft.

Bei vielen komplexen Projekten braucht es aber doch Spezialisten aus verschiedenen Kompetenzfeldern. Das können kleine Berater doch gar nicht leisten.

Manger-Wiemann: Richtig. Für bestimmte Kunden oder Projekte können die „all-in-one“- oder „one-stop-shop“-Angebote der Grossen sehr attraktiv sein. Aber heutzutage haben nicht nur große Konzerne Beratungsbedarf und längst nicht alle Projekte erfordern Kompetenz in mehreren Themengebieten gleichzeitig. Gerade für die in Deutschland so starken mittelständischen Unternehmen sind kleine Spezialberatungen häufig die besseren Partner - die Teams sind meist kleiner, die einzelnen Berater verfügen sehr oft über umfangreiche Praxiserfahrung und sind älter. Vor allem aber entwickeln sie maßgeschneiderte und praxisnahe Lösungen, die sich umsetzen lassen und dann auch nachhaltig funktionieren und den Kunden weiterbringen.

Treichler: Das gebündelte Know-how und der Erfahrungsschatz gestattet es diesen Beratungsboutiquen, ihren Kunden auf Augenhöhe zu begegnen, eigene Ideen einzubringen und den Erfolg des Projektes aktiv in der Umsetzung mitzugestalten. Die Boutiquen haben  aber einen Nachteil: Sie sind in der Regel vergleichsweise unbekannt, sie müssen sich meist über Mund-Propaganda und Kundenempfehlungen verkaufen. Genau da setzt der consultingsearcher an, weil damit Transparenz in einem wenig transparenten Markt geschaffen wird.

Also ist der consultingsearcher vor allem für mittelständische Kunden gedacht?

Manger-Wiemann: Nicht nur, das Mehr an Transparenz wird von Unternehmen aller Größenordnungen geschätzt. Wir haben untersucht, wer unsere Suchmaschine nutzt: 45 Prozent gehören zum klassischen Mittelstand, 50% sind börsenkotierte (z.B. Dax) Konzerne, der Rest sind kleinere Unternehmen.

Was finden die dort genau?

Manger-Wiemann: Mittlerweile umfasst das Angebot im consultingsearcher mehr als 500 Fachthemen und rund 160 unterschiedliche Branchenkompetenzen – von der Strategie- und Organisationsberatung über funktionale Beratung etwa zu den Themen Produktion, Vertrieb oder Finanzen bis zur IT- und Personalberatung. Gelistet werden nicht nur allgemeine Firmenprofile, sondern die einzelnen Berater mit ihren jeweiligen spezifischen Kompetenzen sowie  Projektbeispiele.

Trotzdem bleibt der Einkauf von Beratungsleistungen Glücksache, der Kunde muss die Katze im Sack kaufen. Berater kann sich jeder nennen und Papier ist geduldig. Ob jemand tatsächlich so kompetent ist, wie er behauptet, kann der Kunde letztlich kaum beurteilen.

Treichler: Aber wir. Der consultingsearcher ist ein Premium-Portal, Qualität und Korrektheit der Angaben über Beratungsunternehmen sind unser zentrales Anliegen...

...das war jetzt der Werbeblock. Und nun bitte etwas konkreter.

Treichler: Gelistet werden nur Beratungsunternehmen, die ihre Branchen- und/ oder Themenkompetenzen nachweisen können. Wir haben ein Mengengerüst mit den wichtigsten Kennzahlen und Qualitätskriterien entwickelt. Darin finden potenzielle Kunden zum Beispiel die Anzahl der durchgeführten Projekte, die Zahl der Kunden, die Zahl der Berater und über wie viele Jahre Berufserfahrung diese Berater verfügen.

Auch der Bund Deutscher Unternehmensberater hat ein öffentlich zugängliches Mitgliederverzeichnis, in das nicht jeder aufgenommen wird. Was ist am Cardea Prüfverfahren besser?

Manger-Wiemann: Ganz einfach – wir bieten neben der einfachen Listung, wie mein Kollege sie gerade beschrieben hat, zusätzlich eine Zertifizierung, den sogenannten CAP. Die Abkürzung steht für „Cardea Audited Performance“ und ist so was wie ein zusätzliches Sternchen für nachgewiesene Leistung und Kompetenz. Das Sternchen bekommt nur, wer positive Kundenbewertungen zu ausgewählten Projekten beibringen kann. Hinzu kommt: Das Cardea-Zertifikat wird zwar für ein Beratungsunternehmen insgesamt vergeben, ist aber an ganz bestimmte Projekte und einzelne Experten gebunden, basiert also auf der Prüfung spezifischer inhaltlicher Kompetenzfelder namentlich genannter Berater.

Hört sich gut an. Aber ein Berater, der mit einem einzelnen Projekt mal geglänzt hat, kann ein paar Jahre später den Anschluss an neue Entwicklungen total verpasst haben. Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Empfehlungen immer halbwegs aktuell bleiben?

Treichler: Bevor wir einem Kunden einen Berater empfehlen, aktualisieren wir dessen Kompetenznachweis. Wir sind sozusagen immer tagesaktuell.

Die Fluktuation in der Beraterbranche ist groß, wie kann man das abbilden?

Manger-Wiemann: Das ist die Aufgabe der Berater, sie müssen ihre Profile aktuell halten und bei Bedarf aktualisieren. Und damit sie das nicht vergessen, erinnern wir sie beim Versand der Zugriffszahlen einmal im Monat daran. Außerdem dürfen die Referenzprojekte nicht älter als drei Jahre sein.

Der Berater bezahlt Sie dafür, dass Sie ihm auf den Zahn fühlen. Ist diese Konstellation nicht etwas problematisch, salopp gefragt: Führt das nicht zu Beißhemmungen?

Manger-Wiemann: Wir leben davon, die Kompetenz der Berater so kritisch zu prüfen, dass der Kunde nach dem Projekt auch mit unserer Leistung zufrieden ist. Wäre das anders, könnten wir unseren Laden schließen.

 

Die Berater-Scouts

Manger-Wiemann, 45, und Treichler, 49, haben die Meta-Beratung Cardea in Zürich 1999 gegründet. Manger-Wiemann hat in München Betriebswirtschaft studiert und bei Roland Berger sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wirtschaftsinformatik an der Universität St. Gallen gearbeitet. Treichler hat Betriebswirtschaft in Zürich studiert und dort auch promoviert, bevor er seine Karriere bei der Bank Leu startete. Vor dem Wechsel in die Selbständigkeit war er bei der Wirtschaftsberatung PricewaterhouseCoopers.