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03.11.2014 Zurück

Unternehmen befinden sich in der Frühphase von Big Data

Die verfügbare Datenmenge steigt rasant. Gewisse Industrien profitieren davon besonders stark. Die Spannbreite der Analysefähigkeiten ist jedoch selbst branchenintern enorm: Während manche Unternehmen mithilfe der Daten lediglich auf Probleme reagieren, prognostizieren andere Firmen bereits technische Ausfälle.

In einem unserer früheren Artikel wiesen wir darauf hin, dass nicht alle Unternehmen gleichermassen vom „Big Data“ Trend profitieren können. McKinsey nennt mögliche Profiteure der neuen Datenmasse: Detailhändler steigern ihre operative Marge um 60%, der amerikanische Healthcare Sektor spart jährlich 300 Milliarden USD und europäische Regierungen beseitigen Ineffizienzen im Wert von 150 Milliarden USD. Zusätzlich sollen die Sektoren High-Tech, IT und Finanzen einen Schub erfahren. Nun streicht eine neue Studie von GE und Accenture die Vorteile der Branchen Aviation, Energie, Industrie und Healthcare hervor.

Big Data geniesst hohe Priorität

Die Studie wirft zunächst einen Blick in die Geschichte, um den Begriff des „Industrial Internet“ einzuführen. Über die letzten Jahre wurden technische Anlagen derart mit Sensoren und sonstigen Datenmessgeräten ausgestattet, dass die verfügbare Datenmenge exponentiell zunahm. Aus diesem Grund spricht man heute allerorts von Big Data. Gleichzeitig  entwickeln sich die Möglichkeiten zur Analyse dieses Datenhaufens rasant, Stichwort. Diese enge Verzahnung von physischer und digitaler Welt bietet aufgeschlossenen Unternehmen operationale, strategische und kompetitive Vorteile.

Eine erschlagende Mehrheit der Studienteilnehmer möchte diese Möglichkeiten ausnutzen und führt die Analyse von Big Data als eine der dringendsten drei Prioritäten an. In der Aviatik krönen gar 61% der Befragten Big Data als die höchste aller Prioritäten. Den Worten folgen auch Taten. Knappe drei Viertel der Studienteilnehmer geben 30% oder mehr ihres gesamten Technologiebudgets für Big Data Analysen aus und stolze 76% rechnen mit einer Ausweitung dieses Anteils im nächsten Jahr.

Unternehmen stecken noch in den Kinderschuhen

Die potentiellen Vorteile von Big Data werden jedoch längst nicht von allen Firmen gleichermassen abgeschöpft. Betrachtet man die Lernkurve der Analyse von Big Data, befinden sich viele Unternehmen noch in den Kinderschuhen. Zwei Drittel sind in der Lage, Prozesse zu überwachen und operationelle Probleme zu identifizieren. So nutzt beispielsweise Thames Water Utilities Limited, Anbieter von Wasser- und Abwasser-Dienstleistungen, Sensoren für die Sammlung von Echtzeit-Daten. Diese Daten befähigen das Unternehmen, zügig auf Lecke oder bedrohende Wettersituationen zu reagieren.

Erfahrenere Unternehmen benutzen Big Data, um Prognosen zu treffen. Ein Beispiel dafür findet sich in der Flugzeugindustrie: Um den Treibstoffverbrauch, typischerweise der grösste Kostenposten einer Flugzeuggesellschaft, zu reduzieren, werden Daten von der Flugzeugnase bis zur Heckflosse gesammelt, um zukünftige Flüge möglichst Brennstoffsparend zu navigieren.

Die wahren Meister der Big Data Analytics sind mit 36% aller Teilnehmer dünner gesät. Diese Firmen haben das Niveau erklommen, den Betrieb aufgrund von Vorhersagen optimieren zu können. So zum Beispiel Apache Corporation, ein Ölförderer, der Versagen von Pumpstationen antizipiert und sie noch vor dem Eintreten behebt.

Big Data kämpft mit Sicherheitsrisiken und Silodenken

Doch Big Data bringt auch Nachteile. Die Studie identifiziert bei den Entscheidungsträgern zwei grosse Bedenken. Erstens führt die massive Ansammlung von Daten zu Sicherheitsrisiken. Weit weniger als die Hälfte der Unternehmen fühlt sich gerüstet, um Cyberattacken und Datenlecke zu bekämpfen. Besonders Unternehmen im Energiesektor fühlen sich dadurch bedroht. Zweitens bemängeln die Schlüsselpersonen Silodenken. Nur ein Drittel der Unternehmen besitzt ein unternehmensweites Analysesystem. In den meisten Fällen müssen Daten verschiedener Abteilungen mühsam konsolidiert werden. Es überrascht nicht, dass die Studienteilnehmer einen starken Zentralisierungsdruck spüren.

Potential von Big Data ausschöpfen

Die anstehenden Veränderungen rufen Experten auf den Plan, welche die Unternehmen auf der Lernkurve von Big Data vorantreiben. Denn allein die Implementierung von Instrumenten zur Erfassung von Big Data ist noch lange kein Garant dafür, dass die Führungskräfte vom instinktiven Management-Stil loskommen und ihre Entscheide auf Daten abstützen. Nachdem die entsprechenden Plattformen von SAP, Oracle oder IBM eingeführt sind, kommen spezialisierte Berater zum Zug, welche die eingeführten Plattformen mit der Unternehmensstrategie und –vision verbinden und schlussendlich die optimale Gestaltung der entsprechenden Arbeitsprozesse festlegen.  Das Ziel ist klar: Die Zeiten reiner Reaktion sollen der Vergangenheit angehören. Stattdessen streben Unternehmen danach, Ihre Operationen anhand von Prognosen zu optimieren.