Sprechen Sie mit einem CONSULTINGSEARCHER Experten +41 44 350 28 50
24.07.2014 Zurück

Ebbt Kauflaune der Wirtschaftsprüfer ab?

Wirtschaftsprüfer kaufen Beratungsunternehmen. Soweit nichts Neues. Interessant ist, dass der Beratungsmarkt weiter wächst, die Wirtschaftsprüfer aber den vorläufigen Höhepunkt ihrer Akquisitionstätigkeiten erreicht haben könnten.

Die Konsolidierungswelle im Beratungsmarkt ist seit längerem am Rollen. Als Grund wird gemeinhin die Reife des Marktes angeführt. Der Wettbewerb unter Beratern sei hoch, ebenso der Preisdruck. Klingt zunächst nach einem höchst unattraktiven Geschäftsumfeld.

Wirtschaftsprüfer visieren den Beratungsmarkt an

Und trotzdem kaufen die Wirtschaftsprüfer Beratungsunternehmen ein. Fallbeispiele deuten es an: Deloitte übernimmt Monitor, PwC verleibt sich Booz & Co. ein. Die Wirtschaftsprüfer steigern ihren Umsatz seit Jahren konstant im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dabei stammt der Umsatz aber schon lange nicht mehr aus dem angestammten Geschäftsbereich. Die beiden grössten Schweizer Prüfer, PwC und EY, generieren erstmals weniger als 50% ihres Umsatzes aus dem klassischen Prüfgeschäft (NZZ vom 15.04.2014). PwC hat den Umsatz im Advisory Bereich von 2009 (5,7 Mrd USD) bis 2013 (9,2 Mrd USD) beinahe verdoppelt (Report 2013). Dabei wird stets betont, wie viel Wert auf organisches Wachstum gelegt werde. Die vielen Übernahmen sprechen eine andere Sprache. Ist der Beratungsmarkt also doch lukrativ? Oder scheint den Wirtschaftsprüfern das Gras auf der anderen Seite nur grüner?

Prüfer gönnen sich Verschnaufpause

Nicht von der Hand zu weisen ist das Wachstum im Beratungsmarkt. Laut der Studie von source for consulting (beziehbar unter http://www.sourceforconsulting.com/news/141) legte der DACH-Markt im Jahr 2013 um 5.9% zu. Der Global Consulting M&A Report 2014 von Equiteq scheint diese Entwicklung zunächst zu bestätigen. Auf globaler Stufe erreichten die Fusionen und Übernahmen 2013 im Bereich des Management Consultings den höchsten Stand seit 8 Jahren: Stolze 851 Deals wurden abgeschlossen. Dieses Ergebnis stellt eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr 2012 dar, als gerade einmal 645 Deals erzielt wurden. Sogar die Blütenjahre 2007 (773 Deals) und 2008 (729 Deals) werden in den Schatten gestellt.
Eine genauere Analyse der Big4-Transaktionen bringt jedoch Erstaunliches zu Tage: Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, die Prüfer kauften zu wie noch nie, zügelten die Big4 ihre Übernahmeaktionen. E&Y gibt sich mit 6 (2012: 9) Zukäufen zufrieden, KPMG ebenfalls mit 6 (2012: 10). Deloitte hält den Akquisitionstakt aufrecht und vollzieht wie in 2012 16 Übernahmen. Nur PwC drückt mit 8 Akquisitionen (2012: 7) leicht aufs Gaspedal.

Die Zahlen belegen, dass im Beratungsmarkt weiter rege Zukäufe stattfinden, sich die Prüfer jedoch leicht zurückhalten. In unseren nächsten Beiträgen verschieben wir den Fokus hin zu den klassischen Strategieberatungen. Zudem zeigen wir auf, welche Kompetenzen durch die Akquisitionen aufgebaut werden und wie die zunehmende Konsolidierung im Beratungsmarkt von den Kunden wahrgenommen wird.