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24.06.2015 Zurück

Die Beratungsnachfrage im DACH-Raum steigt

Die Beratungsnachfrage erklimmt neue Höchststände. Davon profitieren in erster Linie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Doch viele Kunden zahlen nicht mehr jeden Preis für das klassische Beratungskonzept und greifen stattdessen auf Boutiquenanbieter zurück.

„Gekrönte“ Wirtschaftsprüfer

Die Beratungsnachfrage im DACH-Raum übersteigt die 8 Mia. EUR Marke mit einem Wachstum von 6.4% im Jahre 2014. Strategie ist nach wie vor das absolut am meisten nachgefragte Thema. Technologie-Beratung, Finanzmanagement und Risikomanagement sind jedoch die Themen mit dem höchsten prozentualen Wachstum. (Quelle: sourceforconsulting)

Obwohl alle Arten von Beratungsunternehmen ein gutes Wachstum verzeichneten, haben die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (Big Four) am stärksten zugelegt. Dies ist einerseits begründet in deren angestammtem Dienstleistungsfokus im Bereich Financial & Risk Advisory, andererseits aber auch stimuliert durch Akquisitionen von kleineren, spezialisierten Boutique-Beratungsunternehmen.

Der Eindruck entsteht, dass viele Kunden auf das integrierte „one-stop-shop“-Angebot der grossen, bekannten Beratungshäuser zählen, wenn es um die Bewältigung komplexer Themenstellungen geht.

Die Zeiten der zweistelligen Wachstumsraten scheinen aber (endgültig) vorbei: Zunehmender Wettbewerb unter den Beratungshäusern, Preisdruck und „intelligentere“ Kunden drücken auf die Zuwachsraten.

Vielfältige Anforderungen an die Berater …

Mit neuen Geschäftsmodellen und alternativen, innovativen Beratungsprodukten und -dienstleistungen versuchen sich die Beratungshäuser auf die neue Marktsituation und erweiterten Kundenbedürfnisse einzustellen. Die neuartigen Lösungen reichen von effizienten Verfahren und Instrumenten für die Analysephase (Data Analytics) über flexiblere Geschäftsmodelle, zum Beispiel für die Umsetzungsphase, bis hin zum Angebot von Beratungsleistungen zu innovativen Themen wie Digitalisierung oder Industrie 4.0. Viele Kunden erwarten von „ihrem“ Berater eine zunehmend breitere und tiefere Themenkenntnis, Wissensvorsprünge zu neuartigen Themen sowie gleichzeitig analytische, konzeptionelle und Implementierungsfähigkeiten.

… aber nicht zu jedem Preis

Gemäss der Cardea Trendstudie 2014 beurteilen Kunden das Preis-Leistungsverhältnis der Berater am kritischsten.

ezembed

Die meisten Kunden sind nicht mehr bereit, (jeden Preis) für den klassischen Beratungsansatz des „land and expand“ und die traditionelle „Teampyramide“ zu zahlen. Höhere Seniorität der Berater, flexiblere Geschäftsmodelle und „bezahlbare“ Beratungsdienstleistungen sind mehr denn je gefordert.

Und wie kommt man an die „Besten“?

Der Weg zu den grossen, bekannten Beratungshäusern wie McKinsey, BCG, Bain oder Wirtschaftsprüfern ist in der Regel der einfachste, muss aber nicht immer der richtige sein. Für bestimmte Kunden oder Projekte können die „all-in-one“- oder „one-stop-shop“-Angebote der Grossen sehr attraktiv sein: Reputation, internationaler Footprint, grosser Beraterpool und Breite der Themenabdeckung sind hier die Vorteile für Kunden. Aber heutzutage haben nicht nur grosse, internationale Konzerne Beratungsbedarf und längst nicht alle Projekte erfordern Kompetenz in mehreren Themengebieten.

Bei der heutigen Vielfalt an Themen – und ständig kommen neue dazu - und den sehr spezifischen fachlichen Anforderungen weiss man auch bei den grossen Beratungshäusern nie mit absoluter Sicherheit, ob die gesuchten Kompetenzen auch wirklich verfügbar sind. Die Grossen vermitteln in ihrem öffentlichen Auftritt zwar den Anspruch, überall die Besten zu sein, aber dieses Versprechen können sie aus den gerade genannten Gründen nicht immer einhalten, zumal auch die Rekrutierung von Mitarbeitern mit entsprechender Qualifizierung nicht immer einfach ist.

Hinzu kommt, dass man mit der Fixierung auf bekannte Namen möglicherweise einen kleinen, auf ein bestimmtes Thema spezialisierten und darum viel besser geeigneten Berater schlichtweg übersieht. Das Angebot zu vergleichen, ist daher immer von Vorteil.

Auch für mittelständische Unternehmen sind kleine Spezialberatungen häufig die besseren Partner - die Teams sind meist kleiner, die einzelnen Berater verfügen sehr oft über umfangreiche Praxiserfahrung und sind seniorer. Vor allem aber entwickeln sie massgeschneiderte und praxisnahe Lösungen, die sich umsetzen lassen und dann auch nachhaltig funktionieren und den Kunden weiterbringen.

Die Boutiquen haben  aber einen Nachteil: Sie sind in der Regel vergleichsweise unbekannt und daher schwieriger zu identifizieren.