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20.01.2016 Zurück

Consulting 4.0: Die «heimlichen» Marktführer

Ist die Beratungsbranche im Umbruch? Vor einiger Zeit waren es reine Vermutungen oder weitsichtige Voraussagen. Heute kann man mit Recht behaupten: Die Beratungslandschaft und die Beratungsangebote sind um einiges vielfältiger und variantenreicher geworden.

Der Beratungsmarkt und seine Anbieter haben auf den (wirtschaftlichen und technologischen) Wandel reagiert. Die heutige Beratungslandschaft (Stichwort Consulting 4.0) unterscheidet sich klar im Vergleich zu noch vor ein paar Jahren. Viele der vorausgesagten Trends haben sich bestätigt und sich in konkreten Veränderungen im Beratungsangebot manifestiert.

Auf der Suche nach neuen Wachstumsfeldern und innovativen Beratungslösungen

Der Beratungsmarkt wächst insgesamt langsamer, das Umfeld wird kompetitiver, die Beratungsnachfrage passt sich veränderten ökonomischen Bedingungen an. Kein Wunder, dass sich Beratungsunternehmen nach neuen Wachstumsfeldern umsehen. Das geht in der Regel nicht ohne Firmenzukäufe und die Bildung von Allianzen, um sich neue Kompetenzen anzueignen. Grosse Beratungshäuser stossen in das Feld der Marketing-, Werbe- und Kommunikationsagenturen vor: Deloitte Digital ist mittlerweile zweitgrösste Digitalagentur in den USA, Accenture verstärkt seine globale Allianz mit Adobe im Bereich der digitalen Marketing-Services, Roland Berger steigt in die Kommunikationsberatung ein. Die Technologisierung der Geschäftsprozesse erlaubt es klassischen Managementberatern, durch Kooperationen innovative Produkte anzubieten: BCG/ xChange, Mercer/ Workday, Cap Gemini/ Salesforce. Sie lässt aber auch neue, disruptive Dienstleistungen wie z.B. «hackathons» zu (McKinsey: Demystifying the agile innovation hackathon).

 

Der neue «one-stop-shop» durch flexible Zusammenarbeitsmodelle

Wenn BCG seine Mitarbeiter als Leiharbeiter zu seinen Kunden schickt, ist das nicht nur ein neues Geschäftsmodell als alternative Form der Weiterbildung seiner Mitarbeiter (Spiegel Online). Wenn man bei McKinsey, BCG und Co. nicht mehr nur clevere Strategieberater, sondern auch Trainer, «Implementatoren», IT-Entwickler, Data Scientists, «Unternehmer», Business- und Venture-Partner findet, so ist das Ausdruck einer neuen Generation von Beratungsunternehmen und Rollen, welche diese übernehmen. Dies gilt aber auch für kleinere Boutique-Beratungen, die mit neuen oder zusätzlichen «Approaches» punkten (Interims Management, Co-Unternehmer, Analysten, etc.) und damit ihr Angebot durch die Kombination des «WAS» (Kompetenzen) und «WIE» (Rollen) differenzieren.

 

Von der Pyramide zum Hexagon

Der grösste Mehrwert, den Beratungsunternehmen aus Kundensicht (heute und in Zukunft noch vermehrt) bieten können, ist Spezialistentum und seniore Erfahrung (Studie: Trends im Beratungsmarkt 2014, Cardea/ consultingsearcher). Neben der Einstellung von Hochschulabsolventen (Junior Consultants) kommt der Rekrutierung praxiserfahrener Spezialisten immer mehr Bedeutung zu. Bei McKinsey machen die berufserfahrenen Branchenspezialisten bereits ca. 20-30% der Neueinstellungen aus. Dies folgt der Strategie, den Kunden nicht nur aufwendige Analysen zu verkaufen, sondern auch die an Gewicht gewinnende kreative Lösungs- und Umsetzungsphase begleiten zu können. Dies lässt sich nur mit einem Geschäftsmodell und einer organisatorischen Aufstellung bewältigen, welche spezialisierte Boutique-Anbieter schon länger bieten: Von der «Pyramide zum Diamanten», in dem die senioren Berater und Partner den Hauptanteil ausmachen und im Projektgeschäft bei Kunden vor Ort involviert sind.